Komische Oper Berlin Logo

Spielplan ...54
Spielplan 2009/1077
Premieren79
Repertoire80
Konzerte81
Jung82
Extras85
Videos86
Karten ...56
Künstler ...55
Service ...57
Komische Oper ´Studio ...185
Festival 2010 ...710

Zurück51
Die Verurteilung des Lukullus

Oper in 12 Szenen von Paul Dessau
Text von Bertolt Brecht
So | 25.11.2007 | 19:00 Uhr144
Premiere578 

 

Weitere Aufführungen ...138

11. November
02. | 07. | 12. | 28. Dezember
05. | 20. Januar
01. Februar
24. Juli
1 Stunde 35 Minuten (ohne Pause)

Musikalische Leitung ... Eberhard Kloke
Inszenierung ... Katja Czellnik
Kostüme ... Sebastian Figal, Nicole Timm
Bühnenbild ... Hartmut Meyer
Chöre ... Robert Heimann
Licht ... Franck Evin
Dramaturgie ... Bettina Auer
Lukullus ... Kor-Jan Dusseljee
Der Kommentator ... Markus John
Der Totenrichter ... Jens Larsen
Der König ... Hans-Peter Scheidegger
Die Königin ... Erika Roos
Das Fischweib ... Gabriela Maria Schmeide
Die Kurtisane ... Christiane Oertel
Der Lehrer ... Christoph Späth
Der Bäcker ... Peter Renz
1. Frauenstimme ... Karen Rettinghaus
2. Frauenstimme ... Miriam Meyer
3. Frauenstimme ... Karolina Andersson
1. Kind ... Anna Kokhanov
2. Kind ... Sophia Duwensee
Kinderchor ... Kinderchor der Komischen Oper Berlin

Uraufführung 1951 - Premiere am 25. November 2007

Die »Verurteilung des Lukullus« beginnt, wo viele Opern enden – mit dem Tod des Titelhelden. Lukullus, der große römische Feldherr, Politiker und sprichwörtlich gewordene Hedonist, ist gestorben. Mit obligatorischem Staatspomp wird er zu Grabe getragen und mit einem Fries geehrt, der seine Heldentaten verewigt. Nun tritt Lukullus in den Vorraum des Schattenreiches – jenes rätselhaften Ortes, von dem wir nichts wissen, aber um so bildhaftere Vorstellungen entwickelt haben. Als Lukullus versucht, sich Gehör zu verschaffen, muss er feststellen, dass hier andere Gesetze gelten und er, »der den Osten erobert und sieben Könige gestürzt hat«, sich in die allgemeine Masse einzureihen hat. Ein Gericht, bestehend aus dem Totenrichter und Schöffen, die einst Bauer, Lehrer, Bäcker, Fischweib und Kurtisane waren, fordert von Lukullus Rechenschaft über sein Leben. Es fragt nach Fürsprechern, ruft nach Zeugen. Deren Berichte über unzählige Tote und Asiens zerstörte Städte lassen Lukullus’ ruhmreiche Kriegstaten, die »Rom mit Reichtümern gefüllt haben«, in ganz anderem Licht erscheinen. Auch wenn die anfangs so eindeutige Situation sich als immer komplexer erweist, lautet das finale Urteil aller: »Ins Nichts mit ihm!«
Das erste große Werk Paul Dessaus für das Musiktheater »konnte keine gewöhnliche Oper werden« (Dessau). Auch wenn es ohne hohe Streicher und warme Holzbläser-Farben auskommt zugunsten eines erweiterten Schlagwerks sowie opern-ungewöhnlichen Instrumenten wie präpariertes Klavier oder Trautonium, entwickelt es in jeder Szene eine differenzierte (Klang-)Aura. Ausgehend von Brechts Hörspiel Das Verhör des Lukullus, das er im schwedischen Exil unter dem Eindruck des beginnenden Zweiten Weltkrieges schrieb, erarbeiteten die Autoren verschiedene Fassungen bis zur Uraufführung 1951 in Berlin. Das große, vielschichtige Werk von Dessau und Brecht gilt es heute neu zu entdecken und zu befragen.


Pressestimmen ...137
Die Oper wurde befreit vom ideologischen Balast und gewinnbringend politisch inkorrekt inszeniert … Die Vorhölle ist bei Katja Czellnik eine Gameshow und die Akteure sind autistisch agierende tote ›Kandidaten‹ (…) Wenn man die Musik von Paul Dessau so darbringt, wie Eberhard Kloke das heute Abend dirigiert hat, dann hört man da sehr gerne zu … Es lohnt sich diesen Abend anzuschauen. Das Publikum hatte daran großen Spaß.
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, Eva Maria Götz)

Irgendeine gute Fee muss diese Komische Oper in Berlin geküsst haben. Seither gelingt ihr einfach alles, egal was sie spielt. Gluck, Offenbach, Johann und Richard Strauß, Lehar - was man glaubt, längst zu kennen und viel zu oft gehört zu haben, sieht auf dieser Bühne plötzlich so neu und überraschend aus, dass es sich lohnt, noch einmal darüber nachzudenken. (...) »Die Verurteilung des Lukullus« von Bertolt Brecht und Paul Dessau … Toter kann ein Kunstwerk heute gar nicht sein, aber die in Hamburg ausgebildete Regisseurin Katja Czellnik fegt den ganzen Ballast mit leichter Hand beiseite und lässt das Erbstück von der ersten Szene an ungebremst in unsere mediale Gegenwart hineinkrachen.
(taz, Niklaus Hablützel)

Das mobile Bühnenbild zum Einklappen und Aufblasen (erfunden von Hartmut Meyer) hat entschieden Revue-Qualität. Die von der Ikonographie der Fernsehwelt inspirierten Videos der Firma »Falschfilm«, die zu Beginn den trompetenbewaffneten Begräbniszug des Lukullus illustrieren sind dekorativ dicht auf die Musik komponiert. Markus John in der Sprecherrolle kann sich so blitzschnell umziehen wie kein Zweiter. Kor-Jan Dusseljee ist den Belcanto-Anforderungen der Tenorpartie bestens gewachsen, Bassbariton Jens Larsen macht aus der Richter Rolle ein tragikomisches Kabinettstück. Gabriela Maria Schmeide aber gestaltet die große Klageszene des Fischweibes so intensiv, dass sie zu einer authentischen »Opernszene« gerät.
(Frankfurter Allgemeine Zeitung, Eleonore Büning)

Ein sprödes Lehrtheaterstück, streng in der Aussage (…) eine erfolgreiche Wiederbelebung der Oper (…) Alle Mitwirkenden machten dieses Werk mit großer Begeisterung zu einer bezwingenden Wiederentdeckung. Nicht eingängig und nicht ohne optische Rohheiten, aber politisch konsequent und musikalisch professionell (Musikalische Leitung: Eberhard Kloke).
(Bayern 4 Klassik, Peter Jungblut)



Zurück51

top
Empfehlung
Druckversion



Danke ...64

 
 
Video
Empfehlung
Druckversion
Suche
Warenkorb